Joseph Scholmer: "Arzt in Workuta"

Joseph Scholmer wurde im April 1949 in Ost-Berlin vom sowjetischen NKWD verhaftet und ein Jahr später wegen angeblicher Spionage zu 25 Jahren Strafarbeitslager verurteilt.

Joseph Scholmer beschreibt in seinem Buch "Arzt in Workuta" (1954) seine Untersuchungshaft in Berlin-Hohenschönhausen und die Zeit im sowjetischen Straflager Workuta.

Stephan Krawczyk: "Der Himmel fiel aus allen Wolken"

Der ostdeutsche Liedermacher Stephan Krawczyk wurde im Januar 1988 verhaftet und 15 Tage später in die Bundesrepublik abgeschoben. In seinem Buch "Der Himmel fiel aus allen Wolken - Eine deutsch-deutsche Zeitreise" (2009) beschreibt Stephan Krawczyk die Zeit zwischen seiner Abschiebung und dem Mauerfall 1989.

Hannah Arendt und der industrielle Massenmord in der NS-Zeit

War der millionenfache industrielle Mord an den europäischen Juden das Werk einer Clique von Verbrechern und Wahnsinnigen? Oder war er die Folge eines extremen deutschen Antisemitismus?

Wolfgang Dreßen erinnert in einem Radio-Essay des Deutschlandfunk an eine dritte Interpretation von Hannah Arendt, die den industriellen Massenmord als eine radikale Konsequenz der modernen Produktionsgesellschaft deutete.

Die Regierung Adenauer und der Eichmann-Prozess

Der Eichmann-Prozess in Jerusalem (1960) löste nach Informationen der Zeitschrift "Der Spiegel"  eine Panik in der Regierung Adenauer aus.

Es wurde befürchtet, dass durch den Prozess belastendes Material über hohe westdeutsche Beamte ans Licht kommen könnte, und dadurch das Ansehen der Bundesrepublik belastet werden würde. Der Spiegel berichtet, dass der BND deshalb den Auftrag erhielt, herauszufinden, was Eichmann in den Verhören über "Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens der Bundesrepublik" ausgesagt habe.

Quelle: Der Spiegel

Wirtschaftliche Aspekte der Neuen Ostpolitik

Bogdan Musial vertritt die These, dass die Neue Ostpolitik der Bundesrepublik auf einem "Energiebündnis" mit der Sowjetunion beruhte, das mit dazu beitrug, die sowjetische Wirtschaftskrise der 60er Jahre zu überwinden.

BND will Mitarbeit von NS-Kriegsverbrechern aufarbeiten

"Der Spiegel" berichtet, dass der Bundesnachrichtendienst (BND) eine Historikerkommission beauftragen wird, seine Entstehung und Frühzeit zu erforschen. Das Kanzleramt hatte eine solche Untersuchung bisher blockiert.

Interview mit Lothar de Maizière

Das Web-Magazin RevolutionundEinheit.de hat ein Interview mit dem letzten Ministerpräsidenten der DDR, Lothar de Maizière (CDU), veröffentlicht. De Maizière blickt in diesem Interview auf seine Amtszeit 1990 zurück, als seine Regierung den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik organisiert hat. Die wichtigsten Aufgaben in dieser Zeit waren:

Die Aufnahme von DDR-Flüchtlingen in der Bundesrepublik (1949-1989)

Die Bundesrepublik Deutschland hat zwischen 1949 und 1989 mehr als vier Millionen Menschen aufgenommen, die der DDR den Rücken gekehrt haben. Die Integration dieser Flüchtlinge stellte für die Bundesrepublik kein großes Problem dar, weil die Flüchtlinge in der Regel jung und gut ausgebildet waren. In den 80er Jahren kam es in der Bundesrepublik jedoch zu einem Meinungsumschwung. In der Öffentlichkeit und in der politischen Klasse wuchs die Bereitschaft, der DDR Zugeständnisse zu machen und die Flüchtlinge nicht mehr automatisch aufzunehmen.

Der BND und der Zusammenbruch der DDR (1989)

Der Bundesnachrichtendienst BND hat eine Reihe von Akten aus der Wendezeit an das Bundesarchiv in Koblenz übergeben. Das berichtet die Zeitschrift "DER SPIEGEL" in seiner Ausgabe vom 12. Oktober 2009. Die freigebenen Akten zeigen nach Einschätzung des SPIEGELs, daß der BND vom Zusammenbruch der DDR überrascht wurde. Das Fazit lautet, dass der BND über das Geschehen im Politbüro der SED "fast gar nicht" informiert war.

Deutsche Gegenleistung an Somalia für Befreiungsaktion der GSG 9 (1977/78)

Die Tageszeitung "Die Welt" berichtet in ihrer online-Ausgabe über einen Aufsatz des Historikers Tim Geiger in den "Vierteljahresheften für Zeitgeschichte" (3/2009). In dem Aufsatz geht es um die außenpolitischen Folgen der Befeiung des von der RAF entführten Passagier-Flugzeuges im Oktober 1977. Wie jetzt bekannt wurde, zahlte die deutsche Regierung für die Erlaubnis, die deutsche GSG 9 zur Befreiung einzusetzen, wenig später 25 Millionen DM an die somalische Regierung. Diese Zahlung stieß im deutschen Auswärtigen Amt auf Ablehnung, weil sie "Somalia das größtmögliche Maß an Verfügungsfreiheit" gewährte. Damit war konkret gemeint, daß das Geld auch für Waffenkäufe in Ägypten verwendet werden konnte. Das widersprach aber dem Prinzip der deutschen Außenpolitik, wonach Waffenlieferungen in Krisengebiete nicht unterstützt werden sollten. Somalia stand damals in einem Konflikt mit dem Nachbarland Äthiopien, das von der Sowjetunion unterstützt wurde.

Artikel von Welt-Online (30.09.2009)